Ich würde mich nun wirklich nicht als ausgesprochenen Dichter bezeichnen. Ab und zu greife ich jedoch zu Stift und Papier. Ganz selten kommt dann auch noch etwa annehmbares heraus. Auf dieser Seite habe ich einige meiner besseren Stücke zusammengestellt. Ich hoffe, sie gefallen und wünsche Freude beim Lesen.


ein Haiku

jeden Morgen geht
die Sonne auf über'm Tal,
auch wenn es regnet.

Bambus

Nach dem
Sturm,
ungebrochen,
steht er wieder
aufrecht da.

Regen

Regen in den Bergen
vielleicht auch im
Tal, wenn er so tief
reicht.




Erare humanum est [EHE]

Der Mensch macht Fehler,
das ist klar.
Und ist das nicht wunderbar!?
Wo wären wir, wenn es so etwas nicht gäbe?
Vermutlich schwämmen wir dann auf der Elbe!
Auf einem Floß aus Bleistiftminen.
Doch Vorsicht ist geboten dann,
denn käme ein Mann mit Radiergummie in der Hand,
geschwommen zu uns her,
um uns're Fehler auszulöschen,
dann wäre Schluß mit uns'ren Flößen!

Der Mensch will löschen seine Fehler
aus der Geschichte großes Buch
er schabt und schabt und will vergessen,
was er einst erschuf.
Es ist wie mit dem Blei und dem Radierer,
je mehr man schabt, desto mehr verliert
das Blatt von seiner ursprünglichen Dicke.
So schwindet auch das Leben hin,
ein jedes Mal wenn du versuchst,
Getanes vergessen zu machen,
und nicht beim nächsten Male einfach besser.



Pfirsichbaum

Es steht ein Baum in meinem Garten,
mit schönen Blüten und auch zarten,
auf diese Früchte lohnt es sich zu warten.

Er wächst und wächst und hört nicht auf zu wachsen.
Schon lange ist er größer als ich selbst,
der Pfirsichbaum,
der dich darstellt und die Liebe, die uns verbindet.

Sturm

Manchmal scheint es, als
wolle die Welt den Menschen
wegschwemmen, weil der einen
Platz einnimmt, der nicht für
ihn gedacht war.
Wie eine Wolke - schwerelos
manchmal etwas laut.
für Barbara
aufgeschrieben am 15. November 1999